September 17, 2010

Happy Delivery

Eine der Nebenwirkungen in einer Ladenwohnung zu arbeiten, ist der enge Kontakt zu den verschiedenen Paketboten der Stadt. Bereits wie sie sich der Tür des Ateliers nähern, sagt schon einiges. Die einen scheu, schüchtern und den Blick gesenkt und die anderen forsch und spontan aufgebracht, wenn der Metallknauf sich nicht drehen lässt. Über den Tag verteilt, klopfen in der Regel einer bis drei von ihnen an die große Glasscheibe, fragen nach Nachbarn und danach, ob ich stellvertretend ein Paket annehmen kann. An manchen Tagen sammelt sich eine ordentliche Selektion großer und kleiner brauner Kartons an. Manchmal dauert es Tage bis sie von ihren Besitzern abgeholt werden und manchmal geht mir das Ganze ordentlich auf den Keks. Manchmal sage ich einfach „Nein!“. Weil es mir gefällt. Die Jungs in brauner Kluft tragen, obwohl der Sommer sich längst verabschiedet hat, noch immer Bermudashorts, während die Fahrer der gelben Wagen jugendlich, frisch, aber ein wenig maulfaul daher kommen. Wirklich unangenehm sind allerdings diejenigen, die im Namen des griechischen Götterboten unterwegs sind. Unangenehm und irgendwie bemitleidenswert; in schmuddeligen Klamotten, rostigen Autos und unfähig einem in die Augen zu sehen. Entweder sucht da jemand seine Leute sehr schlecht aus oder, was eher zu befürchten ist, er behandelt sie sehr schlecht. Manchmal flüchte ich geradezu ins Badezimmer, wenn ich einen von ihnen ankommen sehe. Und anschließend fühle ich mich schlecht. Heute allerdings war einer der guten  Posttage. Eines der Pakete war für mich. Es wurde mir freudestrahlend überreicht und beim Auspacken fiel mein Blick auf eine kleine Nachricht, in säuberlicher Druckschrift über der Adresse hinterlassen: „Vielen Dank, dass sie uns immer behilflich sind. Ich wünsche ihnen einen schönen Tag. Ihr Paketbote. Gruß Achmed. 

“One of the side effects of painting in a store flat is the close contact with all different types of mail delivery boys around town. Already as they approach the door of the studio, something is already said. Some appear shy, somewhat timid and there is look mostly lowered. Others are appearing brisk and get spontaneously angry, if the metal handle cannot be turned as they would have wished. Over the day mostly one to three of them knock at the big windowpane, asking for neighbours and whether I can accept a package on their behalf. On some days a well-arranged selection of big and smaller brown cardboards collects in one of the corners. Sometimes it lasts days until they’ll get picked up by their owners, which kind of gets on my nerves once in a while. Sometimes I simply say “no!“. Because I like to do this. The boys in brown gap, although summer has said goodbye already, still wear Bermudas shorts, while the drivers of the yellow carriages come along in a juvenile manner, freshly, but a little uncommunicative. However, those which are on the move in the name of the Greek God's Messenger are really disagreeable. Unpleasantly and in some way pitiful; they come in grubby things, rusty cars and are incapable to look in ones in eyes. Either somebody selects their employees very badly or what is more likely, he treats them very badly. Sometimes I almost flee into bathroom if I see one of them coming. And afterwards I feel bad. Today, however, was one of the good postal days. One of the packages was for me. It was handed to me beaming with delight and while I was unwrapping it, my glance stuck to a small note, written in tiny and clean letters just above address: “Thanks you for always helping us. I wish you a great day.Your delivery man, Achmed.“